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Seit Beginn des Schuljahres 2015/16 treffen sich die Klassen 1c und 5a alle zwei Wochen zum gemeinsamen Lernen. Ob Lesen, Basteln oder Rechnen – es gibt so Einiges, was wir zusammen bewältigen können! Und ganz nebenbei entstehen tolle Bekanntschaften zwischen Groß und Klein.

Angefangen haben wir mit Partnerleseübungen in der Fibel. Während mancher Erstklässler flink und ohne große Mühen die Leseübungen erledigt, ist es für andere eine große Herausforderung, Leserätsel zu lösen und richtig Silben zu schwingen. Schnell merken die „Großen“, was sie doch in ihrer eigenen Schulzeit schon alles gelernt haben. Sie finden es erstaunlich, wie mühsam es sein kann, einzelne Buchstaben zu Silben und später zu ganzen Wörtern zusammenzusetzen. Aber dank kleinster Hilfestellungen können sie den Erstklässlern zu immer größeren Leseerfolgen verhelfen. So berichtete eine Fünftklässlerin nach einer gemeinsamen Lesezeit: „Am Anfang konnte er gar nichts, obwohl das so eine einfache Übung war. Dann haben wir geübt und er hat es doch hinbekommen.“ Hoffentlich erleben wir noch viele solcher Aha-Erlebnisse, sowohl bei den Kleinen als auch bei den Großen.

Als die Vorweihnachtszeit immer näher rückte, waren sich die Klassenlehrerinnen Fr. Johanning und Fr. Schmidt einig, dass gemeinsam etwas weihnachtlich Dekoratives entstehen soll. So sammelten beide Klassen eifrig leere Gläser und Anfang Dezember konnten endlich die ersten bunten Transparentpapierschnipsel mit viel Kleister verklebt werden. Jeder Fünftklässler arbeitete mit einem Erstklässler zusammen und so erfuhren unsere Großen mal wieder, dass es kein Leichtes ist, die Kleinen im Zaum zu halten und mit ihnen gemeinsam ordentlich zu basteln ohne ein riesiges Kleisterklebechaos zu veranstalten. Ausrufe wie „Oh nein, jetzt hat er seine ganze Hand in den Kleister getaucht!“ oder „Die Erstklässler haben alle Papierschnipsel auf den Boden fallen lassen.“ waren mehrfach zu hören… Letztendlich haben wir viele bunte Teelichtgläser herstellen können, die an einem gemeinsamen Stand auf unserem schuleigenen Weihnachtsmarkt verkauft werden konnten. Auch hier haben wieder beide Klassen bewiesen, dass das gemeinsam hervorragend funktioniert!

Nachdem die Fünftklässler nun über ein halbes Jahr im Lernatelier gearbeitet haben und beim „Tag der offenen Tür“ zukünftigen Schülern einen tollen Einblick in das dortige Lernen geben konnten, war es nun an der Zeit auch die Kooperationsklasse 1c im Lernatelier willkommen zu heißen. Selbstständig erarbeiteten die Großen, was das Wichtige am Lernen im Lernatelier ist und was alles den neuen Schülern bzw. den Kleinen erklärt werden muss. Jeder Erstklässler bekam schließlich von einem Paten die Räumlichkeiten, Arbeitsmaterialien, Regeln und das Lerntagebuch gezeigt und Fr. Johanning hielt einen Input zu einer Rechenaufgabe. Gemeinsam machten sich die Schüler nun an die Lösung der Aufgabe. In gewohnter Lernateliermanier wurde an den persönlichen Arbeitsplätzen der Fünftklässler gearbeitet, gesprochen wurde nur im Flüsterton und die Lösung der Aufgabe war durch eine Selbstkontrollmöglichkeit gegeben. Auch hier zeigte sich wieder einmal, wie gut die Schüler und Schülerinnen beider Klassen zusammen arbeiten können. Während die Großen sich ihrer Rolle als Vorbild bewusst sind und sich beim gemeinsamen Arbeiten auch dementsprechend verhalten, wissen die Kleinen, dass sie auf den Rat und die Unterstützung ihrer Paten zählen können. So gehört es mittlerweile dazu, dass die Kinder beider Klassen sich auf dem Schulhof grüßen, die Kleinen beschützt werden, wenn es mal nötig ist, oder es wird auch einfach mal gemeinsam gekickt.

 

P.S.: Der erzielte Gewinn vom Weihnachtsmarkt wurde noch nicht eingelöst. Vielleicht lässt sich da ja mal bei sommerlichen Temperaturen ein gemeinsames Eisessen einrichten…

Frau Johanning/Frau Schmidt

           

März 2016